Andachten

Monatsspruch November 2019

„Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt."

Hiob 19, 25

Mit allem, was uns beschäftigt, uns Sorgen macht, können und dürfen wir zu Gott kommen. Er, der Gute, will uns nur Gutes. Ob Krankheit oder plötzliche Arbeitslosigkeit, ob Geldsorgen oder sonstige Nöte: Gott ist für uns da. Immer wieder sind wir aufgerufen, zu beten, zu bitten, zu vertrauen. „Seid ihr nicht mehr als die Vögel ….“ Ja, sind wir. Was für eine wunderbare Theologie: Gott sieht uns, hat uns lieb, kümmert sich. Unser Job dabei: beten, Bibel lesen und vertrauen. Und wenn es mal nicht so klappt mit der Hilfe unseres guten Vaters, liegt es bestimmt an uns. Zu viel Sünde (man weiß ja nie), zu wenig gebetet, zu klein der Glaube … manch ein guter Freund hat den richtigen Rat.

 

Hiob kennt das. Bei ihm ist der Name Programm. Er stammt aus dem hebräischen und bedeutet so viel wie: „der Angefeindete“ oder „wo ist mein Gott?“.

 

Hiob hatte ein gutes Leben, an ihm selbst gab es nichts zu meckern und zu mosern. Er liebte seinen Gott, seine Kinder und die Armen. Denen half er, wann immer sich die Gelegenheit bot. Doch dann gerät er in eine Auseinandersetzung, von der er nie zu träumen gewagt hätte. Die Motive seiner Frömmigkeit werden hinterfragt. Steht Hiob treu zu Gott, weil sein Leben so reich gesegnet ist? Oder würde er auch dann noch zu Gott halten, wenn er nichts mehr hätte? Und Gott lässt es zu, dass der Verkläger (Satan) Hiob alles nehmen darf, nur nicht das Leben. So verliert er Haus und Hof, seine Kinder kommen in einem gewaltigen Sturm um, er selbst wird krank, schwer krank. Sein Körper ist voll von ekelhaften Geschwüren.

 

Die Menschen verlassen ihn, keiner will mehr etwas mit Hiob zu tun haben. Bis auf drei Freunde, die von seinem Unglück gehört haben. Sieben Tage und Nächte sitzen sie bei ihm. Sie sehen seinen unfassbaren Schmerz. Hiob hadert mit Gott. Er verflucht den Tag seiner Geburt und er verflucht Gott. Kann so gar nicht begreifen und verstehen, was da mit ihm geschehen ist. Plötzlich ist alles anders. Das was noch übrig blieb vom Leben ist ein einziges Fragezeichen. Und die Freunde? Ja, sie haben Antworten. „Denke über die bisherigen Segnungen nach. Oder glaubst du nur, wenn alles gut läuft? Gott will dich etwas lehren. Vielleicht bist du ja doch schuldig geworden. Gott hat einen besonderen Plan für dich. Irgendjemand geht es bestimmt noch schlechter.“ Diese vermeintlich hilfreichen Sichtweisen und Ratschläge werden zu Schlägen. Dabei entwickeln sich die Freunde immer mehr zu Hiobs Feinden. Sie stehen nicht mehr an seiner Seite. Letztendlich ist Hiob alleine, unendlich einsam. Er begreift nichts und sehnt sich doch nach seinem Gott, den er aber zugleich für sein Elend verantwortlich macht.

 

Im 19. Kapitel Vers 10 drückt Hiob seine ganze Verzweiflung über Gott aus: „Er hat mich ganz und gar zerbrochen und lässt mich gehen und hat meine Hoffnung ausgerissen wie ein Baum.“ „Mein Leib ist nur noch Haut und Knochen. Erbarmt euch, Freunde!“

Hiob ist am Ende. Schlimmer geht es nimmer. Der liebe Gott hat ausgedient. Die wunderbare Theologie „mit Gott wird alles gut“ entpuppt sich als religiöses Wolkenkuckucksheim. An der Wirklichkeit, wie Hiob sie gerade erlebt, zerschmettern alle frommen Gottesbilder. Wer würde da nicht nach Erbarmen schreien? Wer würde da nicht bitten und betteln oder gar aufgeben?

 

Der Schriftsteller Wolfgang Borchert verarbeitete seine schlimmen Kriegserlebnisse und seine Fragen nach Gott in dem Drama Draußen vor der Tür. In dem Stück klagt der Kriegsheimkehrer Beckmann: „Wir kennen dich nicht mehr so recht, du bist ein Märchenbuchliebergott. Heute brauchen wir einen neuen. Weißt du, einen für unsere Angst und Not. Oh, wie haben wir dich gesucht, Gott... Wir haben nach dir gebrüllt, geweint, geflucht. Wo warst du da, lieber Gott?“ Und später: „Geh weg, alter Mann. Du verdirbst mir meinen Tod.“ Der Soldat Beckmann kann mit Gott nichts mehr anfangen. Warum auch festhalten an einem sentimentalen Glauben, an einen lieben Gott, wenn so viel dagegen spricht? Hiobs Ehefrau denkt ähnlich. Sehr schnell gibt sie ihm den Rat, sich von Gott loszusagen.

Fotos 2: Elena Zulauf

Wie oft haben wir schon gebetet in der Hoffnung auf Gottes Zusagen.

Aber Kranke wurden nicht gesund, es gab auch keine neue Arbeitsstelle, die Einsamkeit wohnt noch immer mit in den vier Wänden, und die Beziehung zum Partner ist auch nicht besser geworden. 

Aber am absoluten Tiefpunkt der Verzweiflung sagt Hiob den Satz, der wohl zum bekanntesten aus dem gleichnamigen Buch wurde: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt; und als der letzte wird der sich über dem Staub erheben.“

 

Goel heißt das hebräische Wort für Erlöser. Das Wort stammt von ga´al ab, was lösen oder auch ausgleichen bedeutet. Damit wird eine Person bezeichnet, die als nächster Angehöriger dafür verantwortlich ist, die Rechte des Betroffenen wiederherzustellen und erlittenes Unrecht zu rächen.

Goel ist der Anwalt, der Befreier, der Gerechtigkeit (wieder) herstellende. Hiob setzt sein Vertrauen auf den Gott (Goel), den er nicht verstehen kann, der ihn so enttäuscht hat. Er nimmt sich den zum Anwalt, der für sein Elend verantwortlich ist. Er sagt nicht einfach, dass Gott lebt. Nein, Hiob ruft den Verteidiger, den Befreier an. Seinen Anwalt. Seinen Befreier. Es ist ganz persönlich.

 

Mit einem gesunden Menschenverstand ist das nicht mehr nachzuvollziehen. Hiob bittet den um Beistand, der ihn ins Unglück gestürzt hat. Wie oft haben wir schon gebetet in der Hoffnung auf Gottes Zusagen. Aber Kranke wurden nicht gesund, es gab auch keine neue Arbeitsstelle, die Einsamkeit wohnt noch immer mit in den vier Wänden, und die Beziehung zum Partner ist auch nicht besser geworden. Es gibt die Tage tiefster Dankbarkeit, weil Gott eingegriffen hatte, nur um später zu erleben, dass alles noch schlimmer wurde.

 

 

Wenn die Grundfesten unseres Glaubens erschüttert werden, dann geraten wir ins Schlingern. Dass Menschen uns enttäuschen, ist schon schwer genug zu verkraften. Dass wir uns aber auf den nicht verlassen können, der doch ständig unser Vertrauen einfordert, bringt das gesamte Glaubenssystem zum Wanken. Und wenn dann noch die klugen Freunde besorgt um das Seelenheil mit ihren frommen Ratschlägen kommen, da würde so mancher gerne einmal verzweifelt rufen: „Halt doch mal die Klappe und nimm mich einfach in den Arm.“

 

Und das brauchen wir. Einen Goel. Einen Anwalt. Einen, der mit uns geht. Mitten in die Angst, in die tiefste Verzweiflung hinein. Wenn wir nicht mehr wissen, wie wir glauben und hoffen können, dann können wir Gott sagen: Ich kann nicht mehr. Und manchmal passiert es dann, dass tiefer Friede uns umgibt. Und wir wissen plötzlich, es ist gut. Es ist gut, weil Gott da ist. Nicht weil die Umstände sich zu unseren Gunsten verändert haben.

 

Für Hiob gab es ein gutes Ende. „Und der Herr segnete Hiob danach mehr als zuvor.“ Das entspricht jedoch nicht immer unserer Lebenswirklichkeit. Es gibt Geschichten, die gehen nicht gut aus. Da findet unser Vertrauen im Diesseits keine Belohnung.

 

Die mitunter schmerzliche Diskrepanz zwischen den wunderbaren Verheißungen Gottes und dem gelebten Alltag müssen wir aushalten. In diesem Spannungsfeld verändern sich unser Glaube und unsere Beziehung zu Gott immer wieder.

Der christliche Autor Philip Yancey schreibt in seinem Buch Von Gott enttäuscht: „Niemand ist vor Schicksalsschlägen oder Enttäuschungen sicher – Gott selbst auch nicht. Jesus hat uns keinen Schutz vor Ungerechtigkeit gezeigt, keinen Weg an ihr vorbei, sondern einen Weg hindurch, zur anderen Seite.“

 

Und so steht er uns zur Seite. Ob wir es fühlen oder nicht. Ob sich unsere Lippen zum Gebet formen oder wir sprachlos vor Leid und Schmerz sind. Mitten in unsere Fragen und Zweifel, mitten in unseren größten Kummer hinein bleibt die Wahrheit: Ich bin bei dir. Ich bin dein Anwalt und ich lebe.

Elke Böhnke (Schleswig)

Monatsspruch September 2019

„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nehme doch Schaden an seiner Seele?"

Matthäus 16, 26

„Hast Du was, dann bist Du was!“ – so vermittelt es uns die Gesellschaft. Kein Wunder, wenn auch wir uns immer wieder dabei ertappen, „immer noch mehr“ haben, kaufen, leisten oder besitzen zu wollen. Das Ende der Spirale heißt für manche: „Ich kaufe mir von Geld, das mir nicht gehört, das, was ich nicht brauche, um Menschen, die ich nicht mag, zu imponieren.“

 

Was für ein Irrsinn – JA, wir irren total, sagt JESUS, der das LEBEN für uns ist: was hilft es uns, wenn wir die ganze Welt besitzen und an unserer Seele Schaden nehmen? Niemand lebt davon, dass er viel besitzt. Klärender Maßstab ist die Testfrage: was nehmen wir am Ende des Lebens mit? Geld, Besitz, Schönheit, Anerkennung – alles vergeht über kurz oder lang. Ja, „Himmel und Erde werden vergehen“, sagt Jesus, „aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Mk 13,31).

 

Wer Jesus vertraut und mit ihm im Glauben verbunden ist, hat eine Zukunft bei IHM und bleibt bei Gott bis in Ewigkeit bestehen. Darum ist es so wichtig, schon heute bei JESUS ein Zuhause zu haben. Von IHM sind wir grenzenlos geliebt, als Kind Gottes wertgeschätzt und mit Gaben des Himmels beschenkt. Durch ihn bekommt unser Leben die Perspektive „Ewigkeit“ – davon erfüllt, dahin ausgerichtet und dort unvergessen.

 

Jesus verzichtet nicht darauf, die alternativlose Alternative zu beschreiben, was ist, wenn wir ohne Jesus leben: wir nehmen Schaden an unserer Seele – das sind Nöte, Schuld und Verletzungen, die wir als Persönlichkeiten davon tragen und Verlorenheit im Sterben, wenn wir vor Gott stehen. Wieviel mehr brauchen wir Versöhnung mit Gott, Vergebung unserer Schuld und Heilung unserer Verletzungen. Jesus sagt: Dazu bin ich gekommen, damit sie das Leben in Hülle und Fülle haben sollen“ (Joh. 10,10). Darum sollen Menschen in unseren Gemeinschaften JESUS begegnen und Gemeinschaft erleben – um bei IHM ALLES zu finden.

Michael Stahl, Verbandsinspektor (Süderbrarup)

Monatsspruch Juli 2019

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn."

Jakobus 1 Vers 19

Wer war Jakobus? Jakobus war ein Gemeindeleiter, ja Bischof in Jerusalem. Ungefähr 20 bis 30 Jahre nach dem Tode Jesus Christus hat er den Brief geschrieben an die Christen, die auseinander gelaufen waren. Der Jakobusbrief ist also eines der frühesten Bücher des neuen Testaments.

 

Jakobus ging es hauptsächlich um die tatkräftige Verwirklichung des christlichen Glaubens, im Alltag, im täglichen Miteinander und Füreinander.

 

Während Paulus im Römerbrief (Römer 3, 28) schreibt, der Mensch wird unabhängig von seinen Werken durch den Glauben gerecht, sagt Jakobus, der Mensch wird auf Grund seiner Werke gerecht und nicht durch den Glauben allein. Martin Luther hatte mit dem Jakobusbrief große Schwierigkeiten, deshalb nannte er ihn auch eine strohernde Epistel. In einem Gespräch mit einem Theologen über meinen Wahlspruch aus dem Jakobusbrief musste ich mir das auch vorhalten lassen.

 

Jakobus ging es also um die Umsetzung des göttlichen Willens in unserem Alltag. Seine Botschaft ist für jeden verständlich. Durch den Glauben erfolgt die Tat, der Ursprung der Diakonie. Für Jakobus musste der Glaube durch die äußeren Werke erkennbar sein. Er fordert uns auf, den Glauben an Jesus Christus tatkräftig zu leben.

 

Vor jedem Handeln kommt also zuerst das Hören auf das Wort Gottes, und zwar mit zwei Ohren, also erst genau hinhören, dann die Tat, Sonst betrügt sich der Mensch selbst. Er wird zum Ungläubigen. Unser Alltag muss zum Gottesdienst werden, wenn wir den Glauben verinnerlicht haben. Nicht unüberlegt nach dem Zuhören sofort loslegen, um sich vielleicht sogar selbst zu beweisen. Ruhig und überlegt muss dann in unseren Handlungen der Wille Gottes sichtbar werden.

 

Aber auch im Zorn muss der Wille Gottes erkennbar sein, denn nach Jakobus gehört auch der Zorn zu unserem Alltag. Wir haben sicher alle schon einmal selbst erfahren, wie schnell aus einer unüberlegten Antwort ein Streit entsteht, auch in der großen Welt, in die wir alle eingebunden sind. Jakobus hat den Zorn nicht ausdrücklich verboten. Wir brauchen ihn in einer sachlichen und ruhigen Atmosphäre zum gegenseitigen Verstehen, zum Hinhören auf die gegenseitigen Argumente, ja vielleicht sogar zur Entschuldigung. Wenn wir auf Gottes Wort hören und uns von diesem Wort leiten lassen, fällt es uns die auch nicht schwer.

 

Seien Sie alle in der vor uns liegenden Urlaubszeit gegrüßt von Jakobus und W. Böhnke.

 

Gott segne und behüte Sie.

Monatsspruch Juni 2019

„Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder."

Sprüche 16, 24

Honigseim, auch Nektar genannt, ist eine wässrige Flüssigkeit, reich an verschiedenen Zuckerarten, Mineralstoffen und Duftstoffen. Sie wird durch körpereigene Enzyme der Bienen zu Honig. So verziert sie dann unser Butterbrot.

 

Unser Monatsspruch für Juni 2019 ist ein Sprichwort, das König Salomo zugeschrieben wird. Eine Lebensweisheit für den Alltag. Er stellt unser Reden in den Fokus. Wer gelobt oder auch getadelt wird merkt, dass Worte nicht nur Schallwellen sind, sondern eine große Kraft haben. Sie können uns verletzen oder wie in unserem Text aufbauen.

 

Wer kennt nicht diesen positiven Schwung, den eine nette Bemerkung auslösen kann. Ja, ein gutes Wort kann heilsam sein. Es kann meine falsche Sicht über Dinge, andere und mich selbst zurecht rücken. Freundlichen Reden höre ich gerne zu. Sie geben mir das Gefühl, angenommen zu sein. Freundlich reden kann der, der einen liebevollen Blick auf sein Gegenüber hat – die positive Grundstimmung: Ich bin von Gott gewollt, erschaffen und erlöst – deshalb habe ich Raum für dich, mein Gegenüber. So wie mich Jesus Christus annimmt, will ich auch dich willkommen heißen. Freundliches Reden baut auf und tut gut. Jesus ist das personifizierte freundliche Reden Gottes zu uns

Gudrun Müllerchen (Rosendahl)

Monatsspruch Mai 2019

„Darum bist du groß, Herr Herr! Denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir nach allem, was wir mit unseren Ohren gehört haben."

2. Samuel 7, 22

David preist den Gott Israels für die Zusage, dass sein Sohn und Nachfolger Salomo das von ihm herbeigesehnte Haus Gottes, den Tempel in Jerusalem, errichten wird und außerdem das Königtum seines Hauses ewiglich bestätigt wird. Es bricht aus ihm die Freude heraus, dass der lebendige Gott Israels der einzige Gott und Herr des Himmels und der Erde ist.

 

Alle Götter der umliegenden Völker sind letzten Endes nur tote Götzen. Die großartige Verheißung, die David vom Propheten Nathan erhalten hatte, erfüllte sich allerdings in einer völlig anderen Weise, als er sich das vorstellen konnte! Mit der Zerstörung der Stadt Jerusalem und des Tempels und der Wegführung des Volkes Israel durch die Babylonier 350 Jahre später wurde das davidische Königtum abrupt beendet.

 

Dafür wurde aber die David gegebene Verheißung in einer einmaligen, kaum fassbaren Weise Wirklichkeit! Gott kam auf die Welt in dem Menschen Jesus von Nazareth, der aus dem Hause und dem Geschlecht Davids war. Er wurde allerdings nicht in einem Palast, sondern in einer Futterkrippe in dem kleinen Ort Bethlehem geboren. Er wuchs nicht in Jerusalem auf, sondern in der entlegenen Provinz Galiläa in einer Zimmermannsfamilie. Sein Leben endete auch nicht im Königspalast, sondern am Kreuz von Golgatha. Am dritten Tag geschah das große Wunder: Jesus ist auferstanden und hat den Tod und die Mächte der Sünde endgültig besiegt und uns den Weg zum göttlichen Vater gebahnt!

 

Wir dürfen uns Bürger des himmlischen Reiches nennen. Dieses von Jesus Christus errichtete Reich ist zwar in dieser Welt nur in Ansätzen zu erkennen, wird aber am Ende der Tage zu unserer großen Freude wunderbar vollendet werden! Wahrhaftig, es gibt keinen anderen Gott außer dem Vater Jesu Christi aus dem Geschlecht Davids!

Hans-Walter Struve (Schleswig)

Monatsspruch März 2019

„Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein."

1. Samuel 7, 3

Manchmal frage ich mich ja: Wie können die Israeliten immer nur wieder so dumm sein und ihren Gott vergessen und sich auf andere einlassen? Immerhin ist er ja ihr Befreier, ihr Erretter. Der, der sie aus der Gefangenschaft geholt, durch die Wüste geführt, in vielerlei Gefahren bewahrt und sie dann schließlich in das versprochene Land geführt hat. Der Gott, der sich mit großer Freundlichkeit ihrer angenommen hat und der sie immer wieder mit Güte leitet und in Barmherzigkeit ihr Versagen trägt. Wie kann es sein, dass sie ihn an die Seite schieben und sich anderen Göttern zuwenden und von ihnen Glück und Bewahrung erwarten, sie anbeten und ihnen alles opfern, was sie haben?

 

Wie kann das nur sein? Aber halt. Rede ich jetzt von Israel oder doch vielleicht von mir selbst? Haben nur die Früheren diesen großartigen Gott fallen gelassen und ich bin ganz gerade und aufrecht und zuverlässig im Glauben? Und dann dämmert es mir und langsam beginne ich mich zu schämen: Mein Glauben ist längst nicht so angefochten und herausgefordert, wie es der Israels war. Und doch fällt das Beten schwer und der Gehorsam. Und doch geht mir manches Mal die Glaubenshoffnung aus und die Freude an Gott. Obwohl Gott in Jesus Christus so viel Gutes für mich getan und mir den Himmel aufgeschlossen hat! Wie kann es nur sein, dass ich …?

 

Warum das so ist? Das weiß ich nicht so genau. Aber ich weiß: Gott wirbt immer wieder neu um mich, so wie er es schon mit Israel getan hat. Er schickt Menschen über den Weg, lässt sein Wort ausrichten und einladen: Komm doch zurück! Wende dich mir wieder zu! Ergreife die Hand, die ich nach dir ausstrecke! Wenn ich mein eigenes Herz anschaue, werde ich traurig. Wenn ich Gottes Herz anschaue, dass für mich und alle Welt schlägt, dann fasse ich wieder Mut, auf ihn zu setzen, mich wieder neu auf ihn einzulassen und ihm zu gehorchen. Weil mir, weil uns nichts Besseres passieren kann!

Dirk Arning (Schleswig)

Monatsspruch Februar 2019

„Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll."

Römer 8, 18

Beim Lesen dieses Bibelverses bleibt mir immer ein bisschen die Luft weg. Kann der Apostel Paulus so schnell und einfach über das hinweg gehen, was mir und vielen anderen Menschen so viel Sorgen und Ängste bereitet? Die eigenen Einschränkungen und Schmerzen und das, was ich in der Welt beobachten kann, haben doch oft ein großes Gewicht im Denken und Fühlen, machen traurig, ratlos und manchmal auch zornig.

Allerdings schreibt auch Paulus als Betroffener! Er erlebt am eigenen Leib mit schwerer Krankheit und in seinem Missionsdienst als Verfolgter, was Leiden heißt und ist damit auch nicht immer so ganz schnell fertig.

 

Und dann entdecke ich: Paulus weiß, dass man auch mit einem frommen Satz das Leiden dieser Welt nicht einfach beiseiteschieben kann. Sondern das Seufzen, Klagen wegen der Schmerzen, der Ungerechtigkeit und Unvollkommenheit der Welt kommt durch den Heiligen Geist direkt in Gottes Ohr. Und der Heilige Geist kann das Seufzen der ganzen Schöpfung doch wohl besser vor Gott bringen als ich!

 

Und: Gott selbst beugt sich unter das Leiden. Durch Jesus Christus nimmt er es auf sich und öffnet für uns den Blick und den Weg zur neuen Schöpfung, in der es das alles nicht mehr gibt. Davon möchte ich mich gerne ermutigen lassen. Denn dieser Blick verändert!

Dirk Arning (Schleswig)

Jahreslosung 2019

„Suche Frieden und jage ihm nach."

Psalm 34,15

Manchmal ist es nur eine Unachtsamkeit, ein schnelles, unbedachtes Wort, ja nur ein Blick oder ein Gesichtsausdruck – und der Friede zwischen zwei Menschen ist gestört. Zuerst ist es nur eine Irritation, dann ein leises Fragen im Inneren, das dann zur scheinbaren Gewissheit wird: Der andere mag mich nicht, ich werde nicht beachtet, ich bin nichts wert. Und ein unbelastetes Miteinander ist kaum noch möglich.

 

Was sich so im Alltag zwischen Zweien abspielt, dass ist immer wieder auch zu entdecken in Familien, Gruppen, Gemeinden, Völkern. Wie mit einem Mal der Streit dazwischen gekommen ist. Und manchmal weiß man nicht einmal genau, wie das alles geschehen konnte. Und dann? Wie soll man dann noch miteinander leben? Wie kann man reden? Wie vom anderen etwas Gutes erwarten? Oder der andere von mir?

 

Es gehört sicher zu unseren unschönen Erfahrungen, wie flüchtig der Friede sein kann. Wir erleben, wie zerbrechlich und flüchtig Friede ist. Wie er nicht einfach selbstverständlich ist bei uns, in der Gesellschaft, in unserer Welt. In einem Moment denkt man noch, dass alles gut sei – und ist im nächsten Moment überrascht, dass sich alles anders entwickelt.

 

"Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen?", heißt es ein zwei Sätze vorher im Psalm: Der suche den Frieden.

Frieden wird nicht einfach so. Wir müssen uns um ihn mühen, ihm hinterherjagen, ihn einfangen. Auf Frieden kann ich nicht warten. Ich muss etwas für ihn tun:

Zum Beispiel durch das Eingeständnis des eigenen Fehlers und der Bitte um Vergebung, durch ein klärendes Gespräch, das Loslassen und Abwerfen von quälenden Dingen der Vergangenheit.

Durch das Einüben einer inneren Haltung, die als erstes die Verständigung sucht und nicht die Bestätigung meiner Meinung und meiner Vorurteile.

 

Frieden muss man wollen. Weil er sonst nicht zustande kommt. Es braucht einen ersten Schritt – auch wenn der vielleicht der schwerste ist.

 

So einen ersten schweren Schritt hatte Jesus mit der Kreuzigung hinter sich gebracht. Als er dann nach der Auferstehung vor seinen Jüngern steht, sagt er: „Friede sei mit euch.“ – So, als würde er diesen Frieden aus einer anderen Welt mitbringen – wie ein Geschenk. Und tatsächlich. Der auferstandene Jesus bringt einen Frieden in die Welt, den keiner von uns machen kann. Der nicht einfach entsteht, indem wir aufhören zu streiten. Jesus redet von einem Frieden, der umfassender ist, als alles, was wir an Frieden kennen. Der die Seele ruhig werden lässt. Ein Frieden, den nur Gott schenken kann.

 

Es gibt also mindestens zwei Sorten Frieden auf dieser Erde. Dem einen müssen wir nachjagen, weil wir ihn uns und anderen nur erkämpfen können. Den anderen können wir uns nur von Jesus schenken lassen – weil er unverfügbar ist – nicht von dieser Welt.

 

„Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Das können wir, weil wir vom geschenkten Frieden leben.

Dirk Arning (Schleswig)

Monatsspruch Dezember 2018

„Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut."

Matthäus 2, 10

Die Weihnachtsgeschichte aus Matthäus ist ohne die Weisen aus dem Morgenland nicht denkbar. Das Erscheinen des außergewöhnlichen Sterns war für die drei Weisen so wichtig, dass sie ihr Zuhause verließen. Sie wollten den neuen König, den der Stern ankündigte, begrüßen und beschenken. Doch auf dem Weg dahin verloren sie den Stern aus den Augen.

 

Wir kennen das aus eigener Erfahrung. In der Hektik von Einkäufen, Vorbereiten auf das Fest usw. verlieren wir das große Weihnachtswunder und Geschenk Gottes an uns aus den Augen. Zwischen all den vielen elektrischen Sternen, die in unseren Straßen die Nacht erhellen, verliert sich das Licht des einen Sterns, der Krippe und das Kind beleuchtet.

Für die Sternensucher geht es gut aus. Mitten in der Nacht sehen sie den Stern wieder, und in seinem Licht fanden sie das Königskind im Stall und wurden hoch erfreut und tief dankbar.

 

So wollen wir uns am Symbol des Weihnachtssternes, am Licht, dass durch Jesu Geburt in unsere Welt gekommen ist, erfreuen und dieses einmalige Ereignis in Dankbarkeit bestaunen. Der allmächtige Gott macht sich ganz klein und wird Mensch, um uns zu erlösen und beizustehen. Er will uns trösten und stärken. Darum feiern wir Weihnachten und lassen uns von Gottes Liebe beschenken.

Guntram Hartwig (Satrup)

Monatsspruch November 2018

„Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen,

bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann."

Offenbarung 21, 2

Mit welcher Perspektive gehen Sie in die Zukunft? Was wird die Zukunft für Sie bringen? Johannes, der alt gewordene Begleiter Jesu, bekommt im letzten Buch der Bibel den „Blick durch den Horizont“ – bis in den Himmel. Von dort sieht er für uns die große Zukunft kommen: so wie JESUS schon einmal als kleines Kind in der Krippe von Betlehem in diese Welt gekommen ist, so wird ER dann als der, der gekreuzigt wurde und die Welt versöhnte, der auferstanden ist und den Tod besiegt hat und bei seiner Himmelfahrt zum HERRN über alle Herren, Mächte und Gewalten erhoben wurde, auf diese Erde zurückkommen.

 

JESUS wird dann einen neuen Himmel und eine neue Erde mitbringen und damit seinen Plan zum Heil der Menschen perfekt machen. Die Mitte wird Gottes heiliger Wohnort, das neue Jerusalem, sein. Mit JESUS im Mittelpunkt wird alles von Gottes aller-heiligstem Wesen erfüllt sein. Es wird alles nur schön, hell, ewig und vollkommen sein – so die Beschreibung in Offenb. 21. Tolle Aussichten, sind wir dabei? Jesus ist der Weg dahin, ER lädt uns schon heute ein, im Glauben an IHN bei IHM unser Zuhause zu finden. Dann gehen wir nicht dem Weltuntergang oder nur dem Grab entgegen, sondern Gottes großer Zukunft – SEINER Wohngemeinschaft mit uns!

 

Diese Perspektive macht mich froh, auch angesichts von ungelösten Fragen und einer heillosen Welt bei JESUS zufrieden und heil zu sein.

Michael Stahl (Inspektor im Verband der Gemeinschaften in der Evangelischen Kirche in Schleswig-Holstein)

Monatsspruch September 2018

„Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende."

Prediger 3, 11

 

„Das Leben ist derzeit Schmerz und Leid und Freude und Lachen und Tränen und Fragen“, schrieb mir kürzlich jemand. Wir alle kennen solche Zeiten. Irgendwann war das Leben leichter und irgendwann war es kaum zu ertragen. Manchmal ist der Weg so klar und manchmal die Finsternis so groß, dass nichts mehr zu erkennen ist.

 

Geboren werden und sterben, umarmen und loslassen, lachen und weinen ... Im Buch des Predigers finden wir im dritten Kapitel Grundaussagen über das Leben. Alles ist ständig im Wandel. Alles unterliegt der Vergänglichkeit. Alles hat seine Zeit. Es ist nicht nur gute Zeit. Es ist auch schwere Zeit. Mittendrin der Mensch mit seinen Fragen, seinem Suchen, seiner Sehnsucht. Woher und wohin? Warum und wozu?

 

Anfang und Ende liegen in Gottes Hand. Dazwischen liegt das Leben, Gottes Geschenk an den Menschen. Im Vertrauen zu dem, der alles gemacht hat, dürfen wir im Hier und Heute leben.

Gott hat uns diese Zeit geschenkt. Lebenszeit.

 

Wir sind aufgerufen in dieser Zeit Gottes Liebe zu empfangen und Gottes Liebe weiter zu geben. Niemals hört sie auf, die Liebe. Sie ist zeitlos. Ewig.

 

Und wir dürfen genießen und danken: für Brot und Wein, Wärme und fließendes Wasser, ein liebes Wort, eine freundliche Umarmung, treue Freunde, Hilfe in der Not. In der Dankbarkeit verbindet sich der Mensch mit dem Ewigen.

 

Aber auch Krankheit, Verzweiflung und Trauer finden in dem Ewigen ihren Raum. In Jesus Christus verbindet sich Gott mit dem Leiden der Menschen. Tod und Auferstehung geben Hoffnung und wirken in die Ewigkeit hinein.

 

Gottes Werk können wir nicht ergründen. Aber wir können uns vertrauensvoll in seine Hände begeben. Er, der alles in seinen Händen hält, hält auch uns. In guten und schlechten Tagen. Darauf dürfen wir uns verlassen.

Elke Böhnke  (Schleswig)

 

Monatsspruch Juli 2018

„Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!"

Hosea 10,12

Wer auf den Acker oder in den Garten geht und Samen ausstreut oder Setzlinge pflanzt, der weiß: Was ich aussäe, kommt nach einiger Zeit auch heraus und wird sichtbar. Wo ich Rasen ausstreue, wird auch Rasen wachsen und kein Weizen. Wo ich einen Apfelbaum pflanze, werde ich irgendwann Äpfel ernten können und keine Birnen. Das kennen wir. Davon gehen wir selbstverständlich aus.

Wie kommt es dann nur, dass wir an anderer Stelle hoffen, dass eine säen und etwas anderes ernten zu können: Wer lauthals von der Bewahrung des christlichen Abendlandes brüllt und gleichzeitig beleidigend und Hass erfüllt ganze Menschengruppen herabsetzt, wie kann der hoffen, in einer befriedeten Gesellschaft leben zu können? Wenn jemand andere für seine eigenen Zwecke einspannt und missbraucht, wie kann er oder sie erwarten, dass Vertrauen und Offenheit unter Menschen wächst? Wenn meine Lebens- und Handelsmaxime lautet: Ich zuerst, wie kann dann ein verheißungsvolles Miteinander entstehen und Gottes Segen gedeihen?

„Wer Gerechtigkeit sät, wird Gerechtigkeit ernten – nach dem Maß der Liebe“, ruft Hosea seinem Volk zu. Bei Gott ist Gerechtigkeit untrennbar mit barmherziger Liebe verbunden. So hat er sich immer wieder seinem Volk gezeigt. Gerechtigkeit im Sinne Gottes wird dort gesät, wo ich dem Schwachen helfe, wo ich barmherzig mit den Fehlern umgehe, wo ich Liebe ausbreite. Weil Gott so an mir handelt!

Israel hat sich damals für einen anderen Weg entschieden. Jetzt sind wir herausgefordert: Wo können wir Sämänner und –frauen der Gerechtigkeit Gottes in unserem Alltag, in unseren Beziehungen, in unserer Gemeinde und in dieser Welt sein? Gott verheißt sein Segen dazu!

Dirk Arning  (Schleswig)

 

Monatsspruch Mai 2018

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen,

     was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht."

Hebräer 11, 1

Für den heutigen Zeitgenossen erscheinen diese Worte als eine Zumutung! Ich soll meine ganze Zuversicht auf etwas setzen, was noch nicht mal sichtbar ist, was möglicherweise wenn überhaupt irgendwann in ferner Zukunft sich erfüllen soll?

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt der Volksmund. Eine feste Zuversicht sieht anders aus. Angesichts der quälend langen Zeit der Bildung einer handlungsfähigen Bundesregierung haben die Menschen in unserem Land nur den einen Wunsch, dass die Politiker den vielen Worten endlich Taten folgen lassen!

 

Welch andere Tonart begegnet uns dagegen in der Bibel. Hier wird der schlichte Glaube als eine feste Zuversicht beschrieben, dass die nicht sichtbare Hoffnung sich auch eines Tages wirklich erfüllen wird.

 

Diese freudige Gewissheit kann uns nur der Heilige Geist schenken, da nach den Worten des Paulus im ersten Korintherbrief der natürliche Mensch nichts vom Geist Gottes vernimmt.

 

Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist und wir ihn durch Jesus sogar Vater nennen dürfen.

Der Geist schenkt uns auch den Glauben, dass der Kreuzestod des Jesus von Nazareth im Unterschied zum Tod aber tausender Menschen, die diese barbarische Hinrichtungsform in der Zeit der römischen Antike erleiden mussten, von besonderer Art war.

 

Jesus trug am Kreuz alle unsere Schuld und vollzog damit das befreiende Gericht Gottes über sämtliche Sünden.

 

Er ist deshalb nicht im Tode geblieben, sondern am dritten Tage auferstanden und hat das Tor für ein neues Leben aufgestoßen, das auch durch den Tod nicht mehr beeinträchtigt werden kann. In Christus verspüren wir schon jetzt inmitten der Alltagssorgen etwas von der Freude dieses neuen Lebens.

 

Am Ende aller Tage wird Jesus am Morgen der Ewigkeit für die ganze Welt sichtbar erscheinen und uns vom Tode auferwecken für ein Leben in unendlicher Freude und ewiger Seligkeit!

Hans-Walter Struve  (Schleswig)

 

Monatsspruch März 2018

„Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!"

Johannes 19, 30

Geschafft! Ziel erreicht! Prüfung bestanden! Ein großes Objekt fertiggestellt! Anerkannt, geehrt und beachtet werden! Aufatmen. Jetzt kann es richtig losgehen!

Kennen Sie das auch: dieses wohlige Gefühl etwas Großes erreicht, etwas Wunderbares fertiggestellt zu haben? Endlich am Ziel angekommen zu sein? Genugtuung, große Freude, innere Zufriedenheit?


Bei Gott sieht es ganz anders aus:

Gottes größter Sieg in der Welt- und Menschheitsgeschichte erscheint vor unseren Augen und Verstand als größte Niederlage, Ohnmacht und Blamage! Da sieht man es scheinabr doch ganz deutlich: Gott ist tot! Es gibt keinen Gott, denn gäbe es ihn, würde er so einen schmachvollen, unwürdigen Tod nicht zulassen!

 

Foto: Elena Zulauf

Wir glauben: Gott selbst stirbt an unserer Stelle unseren Tod am Kreuz, damit wir schuldlos werden und bezahlt unsere Schuld mit seinem Leben - und sagt: „Es ist vollbracht!“

Arno Schirmacher (Schleswig)

Jahreslosung 2018

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Offenbarung 21, 6b

Hoffnung fassen können in den Situationen, in denen ich nicht weiß, wie es ausgeht. Mut bekommen, um mich endlich zu entscheiden, die nächsten Schritte zu gehen. Durchatmen können, wenn Belastungen wie schwere Steine auf die Seele drücken. Ich weiß schon, was Durst ist, auch wenn ich in meiner Wohnung immer fließendes Wasser zur Verfügung habe. Durst nach Leben, nach Lust, nach Liebe. Manchmal ist dieser Durst in mir verborgen, gestehe ich ihn mir nicht ein. „Es müsste doch alles in Ordnung sein“, sage ich mir. Und tief in mir weiß ich es doch anders.

 

Und dann lässt Gott selbst mich den Geschmack des Lebens ahnen, der Frische und Kraft verspricht. Immer wieder neu erfrischt ein zu Herzen gehendes Gotteswort wie ein Tautropfen am frühen Morgen die dürstende Seele. Und manchmal bricht sich wie ein glucksender Gebirgsbach eine Einsicht in Gottes Willen in meinem Leben Bahn. Und das alles überraschend, nicht geplant, nicht erarbeitet. Allein aus Gottes freundlicher Zuwendung kommt es aus seiner himmlischen Quelle zu mir. Er lässt es in mein Leben strömen und ich darf ihn die Dürre meiner Lebensfelder wässern lassen.

 

So werde ich gestärkt, in dem Leben, das Gott mir geschenkt hat, mit seinem Vorrat an Liebe und Freundlichkeit weiterzugehen und bin für die kommenden Durststrecken ausgerüstet. Gott erfrischt mich und ich kann mich auch wieder an dem kleinen Glück freuen; ja, ich kann es überhaupt erst wieder wahrnehmen. Und wo ich aus Gottes Quelle trinke, da wird das Ungute und Abgestandene mich nicht weiter vergiften. Ich kann es fortspülen lassen.

 

Ich bin gespannt, was im neuen Jahr 2018 an Gottes Quellen in meinem Leben wachsen und Wurzeln schlagen kann und kann ihn nur bitten: Belebe, erneure und stärke mich!

Dirk Arning (Schleswig)

Monatsspruch Dezember 2017

„Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

Lukas 1, 78 + 79

Die beiden Verse des Monatsspruchs entstammen dem „Lobgesang des Zacharias“. Diesen hat er, erfüllt vom heiligen Geist, angestimmt, nachdem die Verheißung Gottes an ihn eingetroffen war, dass seine Frau Elisabeth trotz ihres hohen Alters einen Sohn zur Welt bringen wird. Er beginnt mit einer Anbetung Gottes und fährt dann fort mit prophetischen Worten, die Gott ihm eingegeben hat: „Und Dich, mein Sohn, wird man einen Propheten des Höchsten nennen. Seinem Volk wirst Du zeigen, dass es durch die Vergebung seiner Sünden gerettet wird. Gott vergibt uns, weil seine Barmherzigkeit so groß ist. Aus der Höhe kommt das helle Morgenlicht zu uns, der verheißene Retter“. Und dann folgen die oben genannten Verse des Monatsspruchs.

 

Was bedeutet das? Mit dem Licht aus der Höhe ist Jesus Christus, der Sohn Gottes, gemeint, den Gott selbst zu uns auf die Erde gesandt hat. Er will das Leben aller Menschen hell machen, das heißt, er will uns Frieden mit Gott und miteinander bringen. Weil Frieden nur da möglich ist, wo ein Aufeinander Zugehen und Vergebung passiert, ist Gott in Jesus auf uns zugegangen. Wir können nun unser Leben ganz bewusst in seine Hände legen und damit eine persönliche Beziehung mit ihm eingehen. Er will uns unsere Sünden vergeben und somit unsere „Füße auf den Weg des Friedens“ lenken, das heißt: Er will uns dann auch für andere zum Friedensstifter machen. Und deshalb lasst uns als seine Kinder doch Frieden hineinbringen – in unsere Gemeinden, unser Umfeld und in eine Welt, in der Frieden in aller Munde und doch ein Fremdwort ist. Was für eine wunderbare Aufgabe für die jetzt beginnende Advents- und Weihnachtszeit.

Theo Deuscher (Hattstedt)

Monatsspruch Oktober 2017

„Es wird Freude sein vor den Engel Gottes über einen Sünder, der Buße tut“

Lukas 15, 10

Im Himmel gibt es unbändige Emotionen. Feier. Jubeln. Singen. Jauchzen. Tanzen. So ist das doch zu verstehen mit der Freude der Engel im Himmel, oder? Freude darüber, dass ein Mensch nicht mehr auf der Todesliste steht, sondern zum Himmelsbürger geworden ist. Dass ein Mensch sein Leben erneuern konnte, weil er sich der Liebe und Barmherzigkeit anvertraut hat. Freude, weil einer für Jesus gewonnen wurde. Die Engel freuen sich wie Schneekönige über Menschen, die zurück finden in die offenen Vaterarme Gottes.

 

Können wir das (noch) nachempfinden? Kennen wir diese Freude über einen, der die Liebe Gottes entdeckt? Wie schön es ist, dabei zu sein, wenn ein Herz von Gott berührt wird? Davon möchte man dann doch immer mehr erleben.

 

Feiern wir mit Gott und seinen Engeln? Sehnen wir uns danach, dass Menschen Gott finden oder besser gesagt: Dass Gott sie findet? Oder sind wir vielleicht doch in unserer Frömmigkeit mit uns selbst beschäftigt, ja in uns selbst gefangen? So sehr von dem beschlagnahmt, was zu unseren frommen Gewohnheiten gehört, dass für anderes und andere kaum noch Platz ist? „Ihr lieben Pharisäer, habt ihr ein Herz für die Verlorenen? Wollt ihr an meiner Sendung teilhaben?“, so fragte Jesus die Frommen damals. „Wollt ihr mit mir feiern, dass das Verlorene gefunden wurde – oder bleibt ihr lieber draußen vor der Tür?“

Und er fragt uns: „Feiert ihr mit?“ Jubelt? Singt? Jauchzt? Tanzt?

Dirk Arning (Schleswig)

Monatsspruch August 2017

„Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.“

Apostelgeschichte 26,22

Auch wenn ich viel Leid, Schmerz und Kummer in der Welt aber auch in meinem persönlichen Umfeld wahrnehme, komme ich nicht an der Tatsache vorbei, dass sich Gott in seiner Geschichte mit den Menschen als Helfer und Retter erweist.

 

Zugleich stellt sich angesichts von Leid immer wieder die Frage: „Wo ist denn Gott? Warum hat er es zugelassen, dass …“ Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass ich Gottes Hilfe in meinem Leben definitiv erfahren habe. Aber sofort und erkennbar? Gott stets sichtbar handelnd?

Nein, manchmal schien die Hilfe tatsächlich auszubleiben. Der Weg zu schwierig, der Schmerz zu groß und Gott scheinbar ohnmächtig oder vielleicht sogar taub.

 

Und Paulus? Was hat er alles erlebt: Schläge, Todesängste, Steinigung, Schiffbruch, Gefahr bei seinen Reisen, Hunger, Durst, Kälte. Paulus behauptet nun, dass er Gottes Hilfe bis auf den heutigen Tag erfahren habe. Zugleich war es keine Bewahrung vor dem Leid. Keine Bewahrung vor schwierigen Situationen. Keine Bewahrung vor Krankheit, Hunger und Durst. Und doch wusste er: „Nichts kann mich trennen von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist.“

 

Paulus konnte das sagen, weil er eine Beziehung zu Christus hat. Und er gibt diese in schwierigen Situationen nicht auf. Genau darin erfährt er Beistand.

 

Die Hilfe Gottes hat viele Gesichter: Ein Wort der Ermutigung, des Trostes, ein Stück Brot, ein Glas Wasser, ein liebevoller Anruf zur richtigen Zeit. Und manchmal diese besondere Gewissheit: Ich bin bei dir. Für mich selbst die wunderbarsten Augenblicke, die mich tief berührt haben: Gott ist da. Gleicht mein Leben auch einem sinkenden Schiff, das tosende Wellen in den Abgrund reißen wollen: Jesus ist da. Mit seinem liebenden oft verborgenen Handeln ist er Helfer und Retter. Gott ist da und hat immer noch die Kontrolle. Über das Leben des Paulus. Über mein Leben. Über unser Leben.

 

Wir dürfen mit Gott rechnen. Und mit dem eigenen Leben Menschen einladen, die Hilfe Gottes zu erwarten und zu erfahren.

Elke Böhnke (Schleswig)

Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche - Schulberg 13 - 24837 Schleswig